Inhalt8 Abschnitte
- Verdampfen statt Verbrennen: was im Inneren des Geräts passiert
- Konduktion, Konvektion, Hybrid: die drei Heizprinzipien
- Die richtige Temperatur: Siedepunkte von Cannabinoiden und Terpenen
- Kaufberatung: worauf es bei einem Vaporizer ankommt
- Vaporizer im Vergleich: vier Modelle aus unserem Sortiment (Stand September 2026)
- Vaporizer, Joint oder Vape Pen: was ist der Unterschied?
- Welche Blüten in den Vaporizer? Mahlgrad, Pflege und Rechtslage
- Häufige Fragen

Ein Vaporizer für THC erhitzt Hanfblüten auf 160–210 °C, ohne sie zu verbrennen. Cannabinoide und Terpene gehen dabei kontrolliert in die Gasphase über[2]. Was du inhalierst, ist ein Aerosol, kein Rauch. Geheizt wird nach einem von drei Prinzipien: Konduktion, Konvektion oder Hybrid.
Im Handel kursiert für dieselbe Bauart ein halbes Dutzend Bezeichnungen: Verdampfer, Vaporisator, Cannabis Vaporizer, Dry Herb Vaporizer oder schlicht Vaporizer für trockene Kräuter. Gemeint ist immer das gleiche Konstruktionsprinzip. Der Vape Pen fällt ausdrücklich nicht darunter, denn er arbeitet mit Liquid oder Extrakt.
| Kriterium | Fakt |
|---|---|
| Prinzip | Verdampfung statt Verbrennung: Cannabinoide und Terpene gehen als Aerosol in die Gasphase über |
| Temperaturfenster | 160–210 °C, unterhalb der Pyrolyse-Schwelle |
| Heizprinzipien | Konduktion (Kammerwand), Konvektion (heiße Luft), Hybrid (beides kombiniert) |
| Gerätetypen | Tragbare Geräte mit Akku, Tischgeräte mit Ballon oder Schlauch |
| Material | Trockene Blüten, je nach Modell auch Konzentrate |
Der entscheidende Punkt ist die thermische Grenze: unterhalb der Pyrolyse bleibt es bei Desorption und Verdampfung, oberhalb entstehen Verbrennungsprodukte. Genau diese Schwelle trennt einen Vaporizer physikalisch von einem Joint.
Das Gerät selbst ist frei verkäuflich; welche Blüten du hineinfüllst, regelt in Deutschland das Konsumcannabisgesetz beziehungsweise die Vorgaben für Nutzhanf, zusammengefasst in unserem Ratgeber zum Cannabisgesetz.[1]
Dieser Ratgeber behandelt den Vaporizer als thermisches Extraktionsverfahren, nicht als Lifestyle-Gadget: Wer die Siedepunkte versteht, stellt die Temperatur gezielt ein und dosiert präziser.
Die Reihenfolge: Physik der Verdampfung, Heizprinzipien, Siedepunkte der einzelnen Moleküle, Kaufkriterien. Danach Modellvergleich, Handhabung, Reinigung und Rechtslage.
Verdampfen statt Verbrennen: was im Inneren des Geräts passiert
Verdampfen bezeichnet den kontrollierten Phasenübergang von Cannabinoiden und Terpenen aus dem festen Harz in die Gasphase. Cannabinoide und Terpene sind flüchtige Verbindungen mit jeweils eigenen Siedepunkten. Erreicht das Blütenmaterial diese Punkte, lösen sich die Moleküle aus den Harzdrüsen der Trichome und gehen in den Dampf über.
Die Zellstruktur des Pflanzenmaterials bleibt dabei intakt. Deshalb findest du nach der Session braunen, ausgelaugten Pflanzenrest in der Kammer und keine Asche.
Nach oben ist dieses Prozessfenster hart begrenzt. Ab etwa 230 °C setzt die Pyrolyse ein: das Pflanzenmaterial zersetzt sich thermisch, es entstehen Rauchpartikel und Verbrennungsprodukte. Das Drogenlexikon von drugcom.de beschreibt das Verdampfen als Alternative zum Rauchen, bei der die Wirkstoffe ohne Verbrennung freigesetzt werden. In der Glut eines Joints herrschen dagegen mehrere Hundert Grad, weit jenseits jeder kontrollierten Extraktion.
Der zweite Vorgang im Gerät wird in den meisten Ratgebern schlicht übersprungen: die Decarboxylierung. In getrockneten Blüten liegt der Wirkstoff überwiegend nicht als THC vor, sondern als THCA, also als Säureform mit einer Carboxylgruppe am Molekül.
THCA ist nicht psychoaktiv. Erst Hitze spaltet die Carboxylgruppe als CO₂ ab, aus THCA wird THC, parallel entsteht aus CBDA das CBD. Ein Verdampfer erledigt Decarboxylierung und Verdampfung in einem einzigen Arbeitsschritt, weshalb du bei Cannabis-Blüten keinen Vorbereitungsschritt im Ofen brauchst.
Das unterscheidet trockene Blüten auch grundsätzlich von THC Vapes: dort steckt ein bereits decarboxyliertes Extrakt im Liquid oder Pod, die Chemie ist vor dem ersten Zug abgeschlossen.
Analytisch ist die Dampfphase gut dokumentiert. Hazekamp und Kollegen veröffentlichten 2006 im Journal of Pharmaceutical Sciences eine Untersuchung der Ballon-Vaporisierung, Gieringer, St. Laurent und Goodrich beschrieben 2004 im Journal of Cannabis Therapeutics die Zusammensetzung des Dampfes gegenüber Verbrennungsrauch. Auch das Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie führt gemessene Parameter zur Inhalation auf. Beide Arbeiten sind Messungen von Parametern, keine Bewertungen.
Konduktion, Konvektion, Hybrid: die drei Heizprinzipien
Wie die Wärme ins Kräuterbett gelangt, entscheidet über den Verlauf der Extraktion: gleichmäßig oder fleckig, bei gleicher Temperaturanzeige auf dem Display. Genau hier trennen sich zwei Geräte, die auf dem Display denselben Wert anzeigen.
Bei Konduktion überträgt die Kammerwand aus Keramik oder Edelstahl ihre Wärme durch direkten Kontakt an das anliegende Material. Der Kontaktrand wird schneller heiß als der Kern der Füllung, das Ergebnis ist eine ungleichmäßige Extraktion: außen dunkelbraun, in der Mitte noch hellgrün. Deshalb gehört das Umrühren nach dem zweiten oder dritten Zug bei diesen Geräten zur Routine.
Bei Konvektion erhitzt das Heizelement nicht die Blüte, sondern die Luft, die durch das Kräuterbett strömt. Jedes Fragment wird umströmt statt angepresst, die Extraktion läuft homogener, und weil kein Dauerkontakt mit einer heißen Wand besteht, überleben die leichtflüchtigen Terpene den Zug besser. Wie tief diese Siedepunkte tatsächlich liegen, kannst du in Stoffdatenbanken nachlesen, etwa beim Monoterpen Myrcen in der PubChem-Datenbank des NIH.
Der Preis der Konvektion: mehr Bauaufwand, höherer Energiebedarf und eine Zugtechnik, die man erst lernen muss. Langsam ziehen ist Pflicht, sonst reicht die Kontaktzeit zwischen Luft und Trichomen nicht aus.
Hybridgeräte kombinieren beide Mechanismen. Die Kammer wird vorgeheizt, der Wirkstoffaustrag erfolgt dann über den durchströmenden Luftstrom. Deshalb lösen Hybride den Konflikt zwischen kurzer Aufheizzeit und gleichmäßiger Extraktion praktisch auf, und deshalb ist die technische Referenzklasse bei tragbaren Modellen wie bei Tischgeräten heute fast durchgehend hybrid gebaut.
| Kriterium | Konduktion | Konvektion | Hybrid |
|---|---|---|---|
| Extraktionsgleichmäßigkeit | ungleichmäßig, Rühren nötig | hoch über die ganze Füllung | hoch, ohne Rühren |
| Geschmack / Terpenprofil | flacher, schnell röstig | am ausgeprägtesten | ausgeprägt, stabil pro Zug |
| Aufheizverhalten | sehr schnell | träger, Zug-abhängig | schnell und konstant |
| Bauaufwand / Preis | gering | hoch | hoch |
Die richtige Temperatur: Siedepunkte von Cannabinoiden und Terpenen
Die richtige Temperatur ergibt sich nicht aus einer Faustregel, sondern aus den Siedepunkten der Moleküle, die du aus der Kammer holen willst. McPartland und Russo haben diese Werte 2001 im Journal of Cannabis Therapeutics in ihrer Arbeit „Cannabis and Cannabis Extracts: Greater Than the Sum of Their Parts?“ zusammengetragen. Bis heute ist diese Zusammenstellung die brauchbarste Arbeitsgrundlage, die wir haben.
| Molekül | Stoffklasse | Siedepunkt |
|---|---|---|
| β-Caryophyllen | Terpen (würzig, pfeffrig) | 130 °C |
| α-Pinen | Terpen (harzig, Nadelholz) | 155 °C |
| THC | Cannabinoid | 157 °C |
| CBD | Cannabinoid | 160–180 °C |
| Myrcen | Terpen (erdig, Mango) | 167 °C |
| Limonen | Terpen (Zitrus) | 176 °C |
| CBN | Cannabinoid | 185 °C |
| Linalool | Terpen (blumig, Lavendel) | 198 °C |
Zwei Punkte springen aus dieser Tabelle heraus. THC verdampft mit 157 °C am unteren Ende der Cannabinoide, während sich die Terpene über eine Spanne von fast 70 Grad verteilen.
Deine Temperatur entscheidet also kaum darüber, ob Wirkstoff in den Dampf gelangt, sondern welches Aromaprofil ihn begleitet.
Daraus lassen sich drei Arbeitsbereiche ableiten, die mit jedem regelbaren Vaporizer für trockene Kräuter reproduzierbar funktionieren:
- 160–175 °C: dünner, kühler Dampf, maximaler Geschmack aus Pinen, Myrcen und Limonen. Ideal für Sessions, bei denen das Terpenprofil im Vordergrund steht.
- 175–195 °C: der Standardbereich. Cannabinoide gehen zuverlässig in die Gasphase über, der Dampf wird dichter und sichtbarer, das Aroma bleibt erhalten.
- 195–210 °C: vollständige Extraktion. Kräftigerer, leicht rösteliger Geschmack, mehr CBN im Dampf, die Kammer wird restlos ausgereizt.
Die Herstellerempfehlungen liegen genau in diesem Fenster: Storz & Bickel nennt für den VENTY 175–185 °C als Aroma-Optimum, AUXO für den CELSIUS 170–180 °C. Das sind Startwerte, keine Dogmen.
Ein Hinweis zur Abgrenzung: Geräte für Konzentrate arbeiten ohne feine Temperaturregelung und spielen in einer anderen Liga. Die Tabelle oben gilt für Blüte, nicht für Extrakte.
Zwei Variablen verschieben das Ergebnis nämlich stärker als 5 Grad Unterschied auf dem Display. Eine locker gefüllte Kammer lässt Luft durch und extrahiert gleichmäßig, eine gepresste zieht Kanäle. Und die Restfeuchte kostet Verdampfungsenergie: zu trockenes Material wird bei identischer Einstellung harsch, zu feuchtes gibt kaum Dampf ab.
Jetzt ein Wort zur analytischen Belastbarkeit dieser Zahlen. Siedepunkte gelten für Reinsubstanzen bei Normaldruck, nicht für ein Harzgemisch in einer Trichomstruktur.
Im Pflanzenmaterial verschieben sich diese Werte, die Moleküle lösen sich gegenseitig heraus, und der Sensor deines Geräts misst ohnehin Kammerwand oder Luftstrom, nicht die Blüte selbst.
Erwarte deshalb keine Punktgenauigkeit. Die Tabelle ist eine Landkarte, kein Kochrezept: sie sagt dir, in welche Richtung du drehen musst, wenn der Dampf zu dünn oder der Geschmack zu verbrannt ist. Den exakten Wert für deine Blüte findest du mit zwei oder drei Sessions selbst.

Kaufberatung: worauf es bei einem Vaporizer ankommt
Ein Vaporizer ist letztlich ein Temperaturregler mit Luftweg. Steht deine Temperaturstrategie, entscheidet allein die Hardware darüber, ob das Gerät den Sollwert auch hält. Genau danach solltest du einen Vaporizer für THC beurteilen, nicht nach der Zahl auf der Verpackung. Sieben Kriterien reichen dafür aus.
Kammergröße und Füllmenge. Übliche Kammern fassen 0,2–0,5 g gemahlenes Material, beim VENTY laut Hersteller etwa 0,3 g. Kleine Kammern eignen sich für kurze Sessions allein, große für längere Runden zu zweit, verbrauchen aber pro Durchgang entsprechend mehr Blüte.
Dosierkapseln aus Metall lohnen sich, wenn du vorportionieren willst: du füllst mehrere im Voraus, schiebst sie einzeln ein und hältst die Kammer sauber. Entscheidend ist aus strömungstechnischer Sicht, dass die Kapseln zum Gerät gehören und den Luftstrom nicht abwürgen.
Temperatursteuerung. Hier trennt sich die Spreu am deutlichsten. Gradgenaue Regelung erlaubt dir das Step-up in feinen Schritten, feste Presets zwingen dich in vier Sprünge, die selten dort liegen, wo dein Terpenprofil sitzt.
Achte weniger auf die App-Anbindung als auf die Regelgüte: hält das Gerät den Sollwert auch beim Ziehen, wenn kühle Luft durch die Kammer strömt? Genau diesen Punkt beschreibt die Arbeitsgruppe um Arno Hazekamp bereits in ihrer Vaporizer-Analyse im Journal of Pharmaceutical Sciences: Der reale Cannabinoid-Transfer hängt an Kammertemperatur und Luftstrom, nicht an der Anzeige. Ein Display, das 180 °C anzeigt, während die Kammer einbricht, ist ein Marketingversprechen.
- Aufheizzeit: alles unter einer Minute ist alltagstauglich, darüber wird Vorlaufplanung nötig.
- Akku: austauschbare Zellen verlängern die Lebensdauer des Geräts, fest verbaute machen es zum Verschleißartikel.
- Zugwiderstand: regelbarer Luftstrom ist ein echtes Feature, kein Gimmick, denn er steuert Dampfdichte und Kammertemperatur mit.
- Luftweg: Keramik, Edelstahl und Glas bleiben geschmacksneutral, Kunststoff im heißen Bereich nicht.
Bauform und Pflege. Tragbare Geräte gewinnen bei Flexibilität, Tischgeräte bei Leistung, Kammervolumen und Konstanz über lange Sessions. Ein Pen Vaporizer spielt in einer anderen Liga, weil er nicht für Blütenmaterial gebaut ist.
Dual-Use für Blüten und Konzentrate ist praktisch, wenn du beides nutzt, sonst zahlst du für einen ungenutzten Einsatz. Prüfe vor dem Kauf, ob Siebe, Dichtungen und Mundstücke einzeln nachbestellbar sind. Ein Vaporizer für Kräuter ohne Ersatzteilversorgung ist nach zwei Jahren Elektroschrott.
Vaporizer im Vergleich: vier Modelle aus unserem Sortiment (Stand September 2026)
Vier Geräte aus unserem Sortiment erfüllen die sieben Kriterien, jedes mit einem anderen Schwerpunkt: CELSIUS, CRAFTY+, VENTY und VOLCANO HYBRID. Drei der vier Modelle stammen von Storz & Bickel aus Tuttlingen, das vierte von AUXO.
Einstieg: CELSIUS Vaporizer von AUXO, 129,90 €. Tragbar, Dual-Use für Blüten und Konzentrate, vier Presets plus einen Pro-Modus für die freie Temperaturwahl über die Bluetooth-App. Das 360°-Mundstück aus Zirkon lässt sich in jeder Haltung nutzen; für ein terpenbetontes Profil empfehlen wir 170–180 °C.
Kompakt unterwegs: CRAFTY+, 229,99 €. Hybridheizung, Steuerung über App, sehr kleine Bauform, die tatsächlich in die Jackentasche passt (Herstellerdaten). Wer ein robustes Gerät für draußen sucht und auf die Feinregelung am Rad verzichten kann, ist hier richtig.
Das schnellste tragbare Gerät: VENTY Vaporizer, 349,90 €. Hybrid, 20 s Aufheizzeit und ein regelbarer Luftstrom von 0–20 l/min (Herstellerdaten), was in dieser Klasse selten ist. Genau dieser einstellbare Durchfluss macht die Step-up-Methode reproduzierbar: du variierst Zugstärke und Temperatur unabhängig voneinander.
Referenzklasse für den Tisch: VOLCANO HYBRID, 459,90 €. Ein Standgerät mit Netzbetrieb, das sowohl den klassischen Ballon als auch einen Schlauchaufsatz bedient. Die Volcano-Baureihe ist seit Jahren die Messlatte für gleichmäßige Extraktion, auch in Studienaufbauten wie dem von Hazekamp 2006[4].
| Modell | Typ | Heizprinzip | Aufheizzeit | Besonderheit | Preis |
|---|---|---|---|---|---|
| CELSIUS (AUXO) | tragbar | Konduktion | k. A. | Dual-Use, 4 Presets + Pro-Modus, App | 129,90 € |
| CRAFTY+ | tragbar | Hybrid | k. A. | kleinste Bauform, App-Steuerung | 229,99 € |
| VENTY | tragbar | Hybrid | 20 s | Luftstrom 0–20 l/min regelbar | 349,90 € |
| VOLCANO HYBRID | Tischgerät | Hybrid | k. A. | Ballon und Schlauch | 459,90 € |
Nach Nutzungsprofil sortiert wird die Zuordnung eindeutig:
- Erstes Gerät, kleines Budget, gelegentlicher Gebrauch: CELSIUS. Die Presets nehmen dir die Temperaturentscheidung ab, der Pro-Modus bleibt für später reserviert.
- Viel unterwegs, Platz ist knapp: CRAFTY+.
- Terpenprofile gezielt auslesen, häufige Nutzung: VENTY. Regelbarer Luftstrom plus kurze Aufheizzeit sind hier das Argument, nicht der Preis.
- Zu Hause, mehrere Personen, Ballonbetrieb: VOLCANO HYBRID.
Noch ein Wort zur Preislogik, weil sie oft missverstanden wird. Der Aufpreis von CELSIUS zu VENTY kauft dir keinen stärkeren Dampf, sondern Regelgüte, Tempo und Ersatzteilversorgung. Für einen Vaporizer, der täglich läuft, entscheidet genau das über zwei oder fünf Jahre Nutzungsdauer.
Vaporizer, Joint oder Vape Pen: was ist der Unterschied?
Joint, Kräuter Vaporizer und Vape Pen sind drei thermisch völlig verschiedene Applikationsverfahren: Verbrennung, kontrollierte Erhitzung unterhalb der Pyrolyse und Verdampfung einer flüssigen Zubereitung. Ein Joint pyrolysiert Pflanzenmaterial bei mehreren Hundert Grad, ein Vape Pen arbeitet gar nicht mit Blüten.
Wer die drei vergleicht, vergleicht drei Prozesse, keine Geschmacksrichtungen.
| Konsumweg | Ausgangsmaterial | Prozess | Was du inhalierst |
|---|---|---|---|
| Joint | Blüten plus Papier | Verbrennung | Rauch mit Teer und Kohlenmonoxid |
| Kräuter Vaporizer | gemahlene trockene Blüten | kontrollierte Erhitzung | Dampf aus Cannabinoiden und Terpenen |
| Vape Pen | Liquid oder Pod mit Extrakt | Verdampfung einer Zubereitung | Aerosol ohne Blütenmaterial |
Zur Messlage: Die am häufigsten zitierte Arbeit dazu stammt von Abrams und Kollegen, veröffentlicht 2007 in Clinical Pharmacology & Therapeutics unter dem Titel „Vaporization as a smokeless cannabis delivery system: a pilot study“. Gemessen wurden dort Verfahrensparameter wie Kohlenmonoxid im Atem und THC-Blutspiegel; eine gesundheitliche Bewertung nimmt dieser Artikel nicht vor.
Im Alltag entscheiden ohnehin andere Punkte, die in Testberichten selten sauber getrennt werden:
- Geruch: Terpene sind leichtflüchtig, deshalb riecht Dampf intensiv, aber kurz. Er hängt Minuten im Raum, nicht Stunden, und setzt sich kaum in Textilien fest. Ein THC Vaporizer ist damit unauffälliger als eine Tüte, geruchlos ist er nicht.
- Materialverbrauch: Eine Kammerfüllung reicht meist über mehrere Sessions, weil du sie in Etappen auslesen kannst. Ein Joint ist einmalig.
- Nachbereitung: Kondensierte Rückstände im Luftweg wollen regelmäßig gereinigt werden, dafür entfällt Asche.
- Bedienung: Papier und Feuerzeug brauchen keine Einarbeitung, ein Gerät mit Temperaturmenü schon.
Der Vape Pen ist die Extrakt-Schiene: fertig befüllt, sofort einsatzbereit, ohne Grinder und ohne Reinigung. Der analytische Preis dafür ist die fehlende Kontrolle über die Temperatur.
Wer Pods statt Blüten sucht, findet die Unterschiede der Systeme in unserem Ratgeber zu THC Vape und Vape Pens.
Welche Blüten in den Vaporizer? Mahlgrad, Pflege und Rechtslage
Der letzte Punkt ist der wichtigste: Kein Gerät kompensiert mittelmäßiges Ausgangsmaterial. Nach dem Kauf entscheidet die Blüte über das Ergebnis, nicht das Display.
Für trockene Kräuter im Verdampfer kommen analytisch zwei Materialfamilien in Frage. CBD Blüten aus Nutzhanf bleiben unter 0,3 % THC[6] und liefern ein terpenreiches, mildes Dampfprofil. Diesen Grenzwert und die Bewertung von Hanferzeugnissen findest du in den Stellungnahmen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) nachlesbar dokumentiert.
THCX ist kein Molekülname, sondern eine Produktbezeichnung für Blüten mit einem Neo-Cannabinoid aus Hanf, die spürbar intensiver wirken als CBD-Blüten. Jede Charge wird im Labor auf klassifizierte Moleküle geprüft, und keines davon wird nachgewiesen.
Der Mahlgrad ist die meistunterschätzte Variable. Mittelfein ist richtig, Pulver nicht: Es verstopft Siebe, verkohlt an heißen Kammerwänden und ruiniert den Zug.
Bei der Pflege gilt eine simple wöchentliche Routine: Luftweg und Mundstück mit Isopropanol reinigen, Siebe tauschen, Dichtungen auf Sprödigkeit prüfen. Zugwiderstand und Geschmack hängen unmittelbar daran. Ein verharzter Luftweg kostet dich mehr Qualität als zehn Grad Temperaturunterschied.
Wer diese Parameter kontrolliert, holt aus einem Vaporizer für trockene Kräuter reproduzierbare Ergebnisse. Passende Blüten und Verbrauchsmaterialien machen den Unterschied oft deutlicher als das nächste Geräte-Upgrade.
Zur Rechtslage in Kürze: Das Gerät ist frei verkäuflich, Nutzhanfblüten unter 0,3 % THC ebenfalls. Seit dem 1. April 2024 dürfen Erwachsene nach § 3 KCanG bis zu 25 g Cannabis bei sich führen. Im Straßenverkehr gilt seit August 2024 der Grenzwert von 3,5 ng/ml THC im Blutserum nach § 24a StVG; wie lange THC nachweisbar bleibt, steht im Ratgeber zum THC-Test und den Nachweiszeiten.
Ein Sonderfall im Verdampfer sind Moonrocks: Blüte, Extrakt und Kief in drei Schichten, die eine niedrigere Starttemperatur und ein Sieb-Pad brauchen.
Häufige Fragen
Welche Temperatur für THC im Vaporizer?
175–195 °C ist der Standardbereich. Darunter (160–175 °C) dominiert das Aroma, darüber (195–210 °C) wird die Kammer restlos ausgereizt.
Bei welcher Temperatur verdampft THC?
Laut McPartland und Russo (2001) bei 157 °C, CBD folgt bei 160–180 °C, CBN erst bei 185 °C.
Wie funktioniert ein Vaporizer?
Er erhitzt gemahlene Blüten auf 160–210 °C, unterhalb der Verbrennung. Cannabinoide und Terpene verdampfen, das Pflanzenmaterial bleibt als brauner Rest zurück.
Was kostet ein guter Vaporizer?
In unserem Sortiment zwischen 129,90 € (CELSIUS) und 459,90 € (VOLCANO HYBRID); der Aufpreis kauft Regelgüte, Tempo und Ersatzteilversorgung.
Kann man CBD-Blüten im Vaporizer nutzen?
Ja. Nutzhanfblüten unter 0,3 % THC verdampfen in denselben Temperaturbereichen und liefern ein terpenreiches, mildes Dampfprofil[6].
Riecht ein Vaporizer?
Ja, aber kurz: Terpene sind flüchtig, der Geruch hängt Minuten statt Stunden im Raum und setzt sich kaum in Textilien fest.
Wie reinigt man einen Vaporizer?
Luftweg und Mundstück mit Isopropanol reinigen, Siebe tauschen, Dichtungen prüfen. Harzrückstände sind alkohollöslich, Asche fällt nicht an.
Vaporizer oder Vape Pen: was ist der Unterschied?
Der Vaporizer verdampft trockene Blüten mit geregelter Temperatur, der Vape Pen ein fertiges Liquid oder einen Pod mit Extrakt, ohne Blütenmaterial.
Quellen
- Konsumcannabisgesetz (KCanG) — Gesetze im Internet, Bundesministerium der Justiz — www.gesetze-im-internet.de
- Vaporisator, Vapen, Vaporisieren — Drogenlexikon, drugcom.de (BZgA) — www.drugcom.de
- McPartland & Russo (2001): Cannabis and Cannabis Extracts: Greater Than the Sum of Their Parts? — Journal of Cannabis Therapeutics — doi.org
- Hazekamp et al. (2006): Evaluation of a vaporizing device (Volcano) for the pulmonary administration of THC — Journal of Pharmaceutical Sciences — pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
- Abrams et al. (2007): Vaporization as a smokeless cannabis delivery system: a pilot study — Clinical Pharmacology & Therapeutics — pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) — Bewertung von Hanferzeugnissen und THC-Gehalten — www.bfr.bund.de
- Deutsche Gesellschaft für Pneumologie — Positionspapier zur Inhalation — pneumologie.de
- PubChem (NIH): Myrcene — Stoffdaten und Siedepunkt — pubchem.ncbi.nlm.nih.gov
- § 3 KCanG — Erlaubter Besitz von Cannabis — www.gesetze-im-internet.de
- § 24a StVG — 0,5-Promille-Grenze und THC-Grenzwert im Straßenverkehr — www.gesetze-im-internet.de
- Storz & Bickel (Tuttlingen) — Herstellerangaben zu VENTY, CRAFTY+ und VOLCANO HYBRID — www.storz-bickel.com
- Storz & Bickel — VENTY: technische Daten des Herstellers — www.storz-bickel.com
- Storz & Bickel — CRAFTY+: technische Daten des Herstellers — www.storz-bickel.com
















