
Cannabinoide sind pflanzliche, körpereigene oder synthetische Verbindungen, die an die Cannabinoid-Rezeptoren andocken, darunter THC und CBD. Ihre Erforschung fĂŒhrte zur Entdeckung des Endocannabinoid-Systems[6], denn körpereigene Substanzen mit Ă€hnlichen pharmakologischen Eigenschaften werden Endocannabinoide genannt[6]. Aktueller Status und kĂŒnftige Entwicklungen hĂ€ngen stark von Analytik und psychoaktive Stoffe Gesetz ab.
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Inhalt7 Abschnitte
- Was sind Cannabinoide? Die Definition einfach erklÀrt
- Phyto-, Endo- und synthetische Cannabinoide: die Begriffe im Ăberblick
- SĂ€ureformen: Warum THCA noch kein THC ist
- Die wichtigsten Cannabinoide in einer Tabelle: THC, CBD, CBG, CBN & Co.
- Cannabinoide auf Etikett und Analysezertifikat richtig lesen
- Fazit
- HĂ€ufige Fragen
Der Begriff Cannabinoide bezeichnet eine Gruppe chemischer Stoffe, die vor allem die Cannabispflanze (Cannabis sativa) bildet und die an spezielle Andockstellen im Körper, die Cannabinoid-Rezeptoren, binden können. Die bekanntesten Vertreter sind Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD).
Die Antwort auf âWas sind Cannabinoide?â beginnt deshalb bei der Pflanze. Ihre eigenen Cannabinoide, die Phytocannabinoide, bildet sie in den Trichomen, winzigen HarzdrĂŒsen, die wie Raureif auf den weiblichen BlĂŒten sitzen. Viele davon wurden erst durch moderne Analytik entdeckt, und die meisten kommen nur in Spuren vor.
Aroma ist nicht gleich Cannabinoid: Was du an einer Sorte riechst, sind Terpene, und Flavonoide prÀgen Farbe und Geschmack mit. Beide Stoffgruppen stecken im selben Harz, gehören aber nicht zu den Cannabinoiden.
Das GegenstĂŒck im Körper heiĂt Endocannabinoid-System: ein körpereigenes Signalsystem mit eigenen Botenstoffen, den Endocannabinoiden. Seine CB1-Rezeptoren sitzen vor allem im Nervensystem, die CB2-Rezeptoren vor allem auf Immunzellen.
Statt nur Namen aufzuzĂ€hlen, lernst du hier, Cannabinoide zu lesen. Vier Etappen fĂŒhren dich weiter:
- die drei Familien: Phyto-, Endo- und synthetische Cannabinoide
- SĂ€ureformen wie THCA und warum daraus erst durch Erhitzen THC werden kann
- eine Vergleichstabelle der wichtigsten MolekĂŒle
- Etikett und Analysezertifikat, also den Laborbericht einer Charge, richtig entziffern

Was sind Cannabinoide? Die Definition einfach erklÀrt
Chemisch lĂ€sst sich der Begriff noch schĂ€rfer fassen. Cannabinoide sind Transformationsprodukte und synthetische Analoga bestimmter Terpenphenole, die vor allem in der Hanfpflanze, botanisch Cannabis, gefunden wurden[6]. Terpenphenole sind MolekĂŒle, die chemisch mit den Terpenen verwandt sind, aber zusĂ€tzlich einen ringförmigen Phenol-Baustein tragen.
Einfach erklĂ€rt: Ein Cannabinoid ist ein MolekĂŒl mit dieser typischen Bauweise, das in die Cannabinoid-Rezeptoren passt wie ein SchlĂŒssel ins Schloss. Ob es aus der BlĂŒte, dem eigenen Körper oder dem Labor stammt, spielt fĂŒr die Zuordnung nur eine Rolle unter mehreren.
Darum fÀllt mehr unter den Begriff, als die meisten erwarten:
- Pflanzliche Cannabinoide wie THC, CBD, CBG oder das seltener genannte CBC (Cannabichromen)
- Körpereigene Verbindungen, die sogenannten Endocannabinoide, die im Körper an dieselben Rezeptoren andocken
- Im Labor hergestellte MolekĂŒle, die natĂŒrliche Vorbilder nachahmen
Wie sich diese drei Gruppen sauber unterscheiden, zeigt der Abschnitt âPhyto-, Endo- und synthetische Cannabinoide: die Begriffeâ. Hier zĂ€hlt erst einmal die Reihenfolge der Entdeckung, und die ist bemerkenswert.
Die Pflanze kam nĂ€mlich zuerst. Erst die Erforschung der Cannabinoide fĂŒhrte zur Entdeckung des Endocannabinoid-Systems, in englischen Fachtexten schlicht âthe endocannabinoid systemâ genannt[6]. Der Name des körpereigenen Systems leitet sich also von der Hanfpflanze ab, nicht umgekehrt.
Wer also fragt, was Cannabinoide sind, bekommt eine zweiteilige Antwort. Sie sind eine MolekĂŒlfamilie mit gemeinsamer chemischer Bauweise und gleichzeitig der SchlĂŒssel, ĂŒber den die Forschung an Cannabis ein ganzes Signalsystem des Körpers gefunden hat[6].
Phyto-, Endo- und synthetische Cannabinoide: die Begriffe im Ăberblick
Drei Familien reichen, um jeden Cannabinoid-Namen sauber nach Herkunft einzuordnen:
- Phytocannabinoide bildet die Cannabispflanze selbst. Dazu zÀhlen THC, CBD, CBG und Cannabinol (CBN), THCP wurde nur in Spuren nachgewiesen.
- Endocannabinoide sind körpereigene Substanzen mit Ă€hnlichen pharmakologischen Eigenschaften wie Phytocannabinoide[6]. Die bekanntesten heiĂen Anandamid und 2-AG, und sie gehören zum Endocannabinoidsystem, dem Signalnetz deines eigenen Körpers.
- Synthetische Cannabinoide entstehen im Labor, und hier brauchst du eine zweite Unterscheidung.
Halbsynthetisch heiĂt: Der Ausgangsstoff kommt aus der Pflanze und wird anschlieĂend chemisch umgebaut. Bei HHC und H4CBD geschieht das per Hydrierung, also durch das Anlagern von Wasserstoff ans MolekĂŒl.
Vollsynthetische Forschungssubstanzen werden dagegen komplett neu konstruiert. In der englischen Fachliteratur laufen sie als âsynthetic cannabinoidsâ, und chemisch haben viele davon mit dem THC aus der BlĂŒte wenig gemeinsam. Dass ein MolekĂŒl dieselben Rezeptoren anspricht, macht es noch lange nicht zum Verwandten der Pflanzenstoffe.
Unser Rat: Merk dir zuerst die Herkunft, dann den Namen. Wer HHC fĂŒr ein klassisches Pflanzen-Cannabinoid hĂ€lt, sortiert falsch.
Die Familie verrÀt dir allerdings nicht, wie viel tatsÀchlich im Produkt steckt. Laut einer auf PubMed veröffentlichten Untersuchung von Hanf-CBD-Produkten enthielt weniger als die HÀlfte der getesteten Produkte Cannabidiol-Konzentrationen innerhalb von 20 % ihrer Etikettenangabe[3].
SĂ€ureformen: Warum THCA noch kein THC ist
Die Sortierung nach Herkunft sagt noch nichts darĂŒber, in welcher Form ein MolekĂŒl gerade vorliegt. Genau da stolpern viele: Die SĂ€ureform bekommt auf Verpackungen selten dieselbe Aufmerksamkeit wie ihr neutrales GegenstĂŒck. Dabei unterscheiden sich beide Formen in ihren chemischen Eigenschaften deutlich.
Am Anfang steht CBGA, die SĂ€ureform von CBG. Enzyme der Pflanze bauen dieses AusgangsmolekĂŒl um, und je nach Genetik entsteht daraus THCA, CBDA oder CBCA. Die Cannabinoide der Cannabispflanze teilen sich also einen gemeinsamen Stammbaum.
Danach lÀuft der Zyklus in drei Stufen ab:
- SĂ€ureform: THCA, CBDA und CBGA, so wie sie in der frischen BlĂŒte vorliegen.
- Decarboxylierung: WĂ€rme spaltet die Carboxylgruppe ab. Aus THCA wird THC, aus CBDA wird CBD, aus CBGA wird CBG.
- Abbau: Altert THC unter Licht und Luft, oxidiert es zu CBN (Cannabinol).
Deshalb können zwei Proben mit gleichem Ausgangsmaterial auf dem Papier ganz unterschiedlich aussehen, je nachdem, wie viel SÀure bereits umgewandelt wurde.
CBN ist in diesem Bild eher ein Alterungsmarker als ein eigenstĂ€ndiges Pflanzenprodukt. Ein hoher CBN-Wert deutet auf Ă€ltere oder ungĂŒnstig gelagerte Ware hin.
FĂŒr Labore heiĂt das: SĂ€uren und neutrale Formen mĂŒssen getrennt erfasst werden. Eine Studie entwickelte Methoden zur Bestimmung von 11 Cannabinoiden in Cannabis(Hanf)-Extrakten in Ălform[4].
Die wichtigsten Cannabinoide in einer Tabelle: THC, CBD, CBG, CBN & Co.
Die Ăbersicht unten zeigt dir, welche Cannabinoide der Cannabispflanze es gibt und welche erst im Labor entstehen, sortiert nach Herkunft, Chemie und Rauschpotenzial. Ăber die Wirkung im Detail oder die Dosierung sagt sie bewusst nichts.
| AbkĂŒrzung | Typ | SĂ€ureform | berauschend | typisches Vorkommen |
|---|---|---|---|---|
| THC (Tetrahydrocannabinol) | Phyto | THCA | ja | BlĂŒten THC-reicher Sorten |
| CBD (Cannabidiol) | Phyto | CBDA | nein | CBD-BlĂŒten, Nutzhanf |
| CBG (Cannabigerol) | Phyto | CBGA | nein | meist nur in Spuren |
| CBN (Cannabinol) | Phyto, Abbauprodukt | CBNA | umstritten | gealterte, oxidierte BlĂŒten |
| HHC | halbsynthetisch | keine | ja | durch Hydrierung hergestellt |
| H4CBD | halbsynthetisch | keine | umstritten | durch Hydrierung hergestellt |
| THCX | Handelsname | entfĂ€llt | keine Angabe | THCX ist ein Handelsname, kein MolekĂŒl: jede Charge wird im Labor getestet, klassifizierte MolekĂŒle werden nicht nachgewiesen. |
Bei den Phytocannabinoiden ist die Lage klar: Tetrahydrocannabinol (THC) berauscht ĂŒber den CB1-Cannabinoid-Rezeptor, CBD nicht. Ein Sonderfall bleibt CBN (Cannabinol), denn es taucht vor allem in gealterten BlĂŒten auf. Heikler sind die Verwechslungen bei den halbsynthetischen Cannabinoiden.
Was tatsĂ€chlich in einem Produkt steckt, zeigt erst das Labor. Eine auf PubMed veröffentlichte Arbeit zur DART-MS-Analyse hĂ€lt fest, dass traditionelle Methoden zur Erkennung und Quantifizierung von Cannabinoiden in Cannabis-sativa-Material meist auf Chromatographie basieren[5]. Die Tabelle sortiert also MolekĂŒle, die Analyse prĂŒft das einzelne Produkt.
Willst du es fĂŒr konkrete Produkte und eine bestimmte Charge genau wissen, verlass dich nicht auf die Tabelle. Die Laboranalyse jeder Charge bekommst du auf Anfrage beim Kundenservice.
Im Sortiment findest du die Kategorien in zwei Formaten wieder. Der Magic Pod Live Rosin x2 steht fĂŒr Live Rosin, also einen Extrakt, der ohne Lösungsmittel mit WĂ€rme und Druck gewonnen wird, hier im Pod-Format. Der Magic Vape THCX gehört zur THCX-Reihe und kommt als Vape.
Cannabinoide auf Etikett und Analysezertifikat richtig lesen
Die Tabelle zeigt, welche Cannabinoide es gibt. Etikett und Analysezertifikat zeigen dir, was in einem konkreten Produkt steckt.
Auf englischsprachigen Berichten heiĂt die entsprechende Rubrik oft schlicht âCannabinoidsâ. Dazu kommen die AbkĂŒrzungen, die am hĂ€ufigsten verwirren:
- n.n. oder ND: nicht nachweisbar. Das MessgerÀt hat das Cannabinoid nicht gefunden.
- LOQ: Bestimmungsgrenze. Das ist der kleinste Wert, den das Labor zuverlÀssig beziffern kann.
- < LOQ: Die Menge ist zu klein, um sie sicher zu messen. Das bedeutet nicht dasselbe wie null.
Ein Vollspektrum-Extrakt listet ĂŒber THC und Cannabidiol (CBD) hinaus mehrere Nebencannabinoide auf, denn die Cannabinoide der Cannabispflanze entstehen gemeinsam. FĂŒr die Frage âwas sind Cannabinoide in meinem Produkt?â zĂ€hlt deshalb die ganze Liste und nicht ein einzelner Wert.
Wichtig: Ein Zertifikat misst Mengen, keine Wirkung. An welchen Rezeptor ein MolekĂŒl andockt und wie es mit den Cannabinoid-Rezeptoren (englisch: cannabinoid receptors) deines Körpers zusammenspielt, steht in keiner Zeile des Berichts.
Vor dem Kauf prĂŒfst du vier Punkte: ein unabhĂ€ngiges Labor, eine Chargennummer, ein Analysedatum und die Ăbereinstimmung von Produktname und Format mit dem Bericht. Ob du in Deutschland oder in Ăsterreich bestellst, diese PrĂŒfroutine bleibt fĂŒr alle Produkte dieselbe.
Du willst beim Magic Pod Live Rosin x2 genau wissen, was drinsteckt? Dann frag einfach nach. Die Laboranalyse jeder Charge bekommst du auf Anfrage beim Kundenservice.
Fazit
Unser Verdikt: Ordne Cannabinoide zuerst nach Herkunft ein, erst danach nach Namen. So verwechselst du keine Phytocannabinoide aus der Pflanze mit Endocannabinoiden, die dein Körper selbst bildet und die zu seinem Endocannabinoidsystem gehören, oder mit synthetischen Varianten aus dem Labor.
Vergleiche beim Kauf immer die vollstĂ€ndige Analyse, nicht nur die Schlagzeilen-Zahl auf der Verpackung. Die groĂe Zahl vorne verkauft, das Kleingedruckte informiert.
HĂ€ufige Fragen
Was fÀllt unter Cannabinoide?
Unter Cannabinoide fallen drei Gruppen: Phytocannabinoide wie THC, CBD und CBG, die die Cannabispflanze selbst bildet, körpereigene Endocannabinoide mit Ă€hnlichen pharmakologischen Eigenschaften[6], sowie im Labor hergestellte synthetische oder halbsynthetische MolekĂŒle. %.
Quellen
- A survey of cannabinoids and toxic elements in hemp- … â pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
- Quality Control of 11 Cannabinoids by Ultraperformance … â pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
- DART-MS Facilitated Quantification of Cannabinoids in … â pubmed.ncbi.nlm.nih.gov
- Cannabinoide â Wikipedia â de.wikipedia.org















