AktuellesDeutschland
Der Gerichtshof der Europäischen Union hat am 5. November 2026 entschieden: Lebensmittel mit CBD dürfen kein Bio-Zertifikat tragen, solange sie nicht für den Markt zugelassen sind. Das Urteil betrifft Hersteller in Frankreich, Deutschland und der übrigen EU.
Das Wichtigste
- Der EuGH verweigert CBD-Lebensmitteln ohne Marktzulassung das Bio-Zertifikat, auch bei Export außerhalb der EU.
- Hanföl ohne CBD-Zusatz bleibt bio-zertifizierbar; Blüten und Blätter wurden in Frankreich ab 2023 wieder zugelassen.
- Das nationale Verfahren in Frankreich wird nun vom dortigen Gericht abgeschlossen.
Der Streit um das CBD Bio-Zertifikat nach dem EuGH-Urteil hat damit eine europäische Antwort. Laut top agrar darf Cannabidiol im Ökolandbau kein Bio-Siegel erhalten, wenn das Lebensmittel nicht zugelassen ist.
Der Weg bis zum Urteil
Ausgangspunkt war Frankreich. Das Institut national de l’origine et de la qualité (INAO) hatte den Zertifizierungsstellen seit 2021 untersagt, CBD-Produkte und mit Cannabidiol angereicherte Lebensmittel als bio zu kennzeichnen, wie Le Cannabiste berichtet.
Der französische Hanfverband klagte dagegen vor dem Conseil d’État. Dieser legte die Frage am 18. Juli 2025 per Vorabentscheidungsersuchen dem Gerichtshof vor.
Was die Richter begründen
Nach Darstellung von top agrar können Produkte, deren Inverkehrbringen verboten ist oder die eine Gesundheitsgefahr darstellen, kein Öko-Zertifikat bekommen. Die Marktzulassung soll nach dem wissenschaftlichen Kenntnisstand sicherstellen, dass kein Gesundheitsrisiko besteht.
Das Bio-Siegel vermittle der Öffentlichkeit zudem Qualität und amtliche Billigung, so das Gericht laut Le Cannabiste. Ein solches Zeichen auf einem Lebensmittel ohne Verkaufserlaubnis verwische diese Orientierung und schwäche den Verbraucherschutz.
Export schützt nicht vor dem Verbot
Die Richter stellten klar, dass das Verbot auch für CBD-Produkte gilt, die außerhalb der EU verkauft werden sollen. Beide Medien berichten übereinstimmend darüber.
Was weiterhin bio sein darf
- Hanföl ohne CBD-Zusatz bleibt für die Bio-Zertifizierung zugelassen.
- Hanfblüten und -blätter dürfen in Frankreich seit 2023 wieder zertifiziert werden.
- Der INAO hatte seine Haltung im Februar 2023 entsprechend gelockert.
Offene Fragen und nächste Schritte
Zunächst muss das französische Gericht den nationalen Fall im Licht des Urteils abschließen. Die Hanfbranche muss weiter versuchen, bei der Europäischen Kommission eine Zulassung für CBD in Lebensmitteln zu erreichen. Deren Ausgang ist laut Le Cannabiste offen.
Ungeklärt bleibt außerdem, wie CBD in anderen rechtlichen Formen oder Regelwerken zu behandeln ist. Das Urteil zum Cannabidiol im Ökolandbau entscheidet darüber nicht.
Was das für dich ändert
Für dich als Käufer in Deutschland bedeutet das Urteil vor allem: Ein Bio-Siegel auf CBD-Lebensmitteln dürfte künftig kaum noch zu sehen sein, solange keine Marktzulassung vorliegt. Ein direkter Eingriff in andere Produktgruppen ergibt sich aus der Fiche nicht.
Wenn du dich allgemein informieren willst, findest du Hintergründe in unserem Ratgeber zu CBD-Ölen und worauf es ankommt. Einen Überblick über das Sortiment bieten die CBD-Blüten. Rechtliche Beratung ersetzt das nicht.
Häufige Fragen
Was hat der EuGH am 5. November 2026 entschieden?
Lebensmittel mit CBD dürfen kein Bio-Zertifikat tragen, solange sie nicht für den Markt zugelassen sind. Das Urteil gilt auch für Produkte, die außerhalb der EU verkauft werden sollen.
Ist Hanföl weiter bio-zertifizierbar?
Ja, Hanföl ohne CBD-Zusatz bleibt laut den Berichten von top agrar und Le Cannabiste für die Bio-Zertifizierung zugelassen.
Wie kam der Fall vor den EuGH?
Der französische Hanfverband griff die INAO-Position vor dem Conseil d'État an. Dieser legte die Frage am 18. Juli 2025 dem Gerichtshof vor.
Quellen
- top agrar — Cannabidiol im Ökolandbau: Bio-Zertifikat nicht zulässig
- Le Cannabiste — CBD alimentaire : pas de label bio sans autorisation, dit la CJUE
Mit KI erstelltes Bild















